Hochwasserschutz für Altbauten – auch bei Starkregen und Überschwemmung
Historische Bausubstanz braucht behutsame Lösungen. Im Alltag unsichtbar, mit dem Denkmalschutz vereinbar, ohne Beschädigung des Mauerwerks – und trotzdem wirksam gegen Hochwasser, Starkregen und Überschwemmung.
Bausubstanz und Lage in doppelter Hinsicht gefährdet
Die Bausubstanz selbst
Vollziegelmauerwerk, alte Mörtel, historische Putzschichten reagieren empfindlich auf moderne Eingriffe. Bohrungen riskieren Risse, Klebungen zerstören Putzschichten. Vieles, was bei einem modernen Haus problemlos geht, ist hier zu prüfen.
01Denkmalschutz und Optik
Sichtbare Schienen, Stahlrahmen, Stützpfosten verändern das Erscheinungsbild – und können denkmalschutzrechtlich unzulässig sein. Viele Eigentümer wollen auch ohne formalen Schutz keine sichtbaren Eingriffe.
02Ungewöhnliche Geometrie
Nicht-rechteckige Öffnungen, historische Türschwellen, schiefe Mauern, abgesetzte Leibungen. Standardprodukte passen oft nicht – Sonderkonstruktionen sind die Regel.
03Innerstädtische Altbauten: Starkregen ist häufig die größere Gefahr
Flusshochwasser
Betrifft historische Gebäude in Flussnähe – historisch dort gebaut, heute ein Risiko. Steigt langsam, Vorwarnzeit vorhanden.
Starkregen
Innerstädtische Altbau-Quartiere: enge Straßen, Pflasterhöfe, kaum Versickerung. Alte Entwässerungssysteme überfordert. Oberflächenwasser direkt in Lichtschächte, Hauseingang, Kellerabgang.
Unsere Lösungen
Wirken gegen alle Szenarien. Im Beratungsgespräch bewerten wir Hochwasser- und Starkregen-Gefährdung – passend zur baulichen und denkmalschutzrechtlichen Situation.
Vier Lösungen, die für Altbauten besonders geeignet sind
Sie eint: kein dauerhafter sichtbarer Eingriff oder minimalste Wirkung – und voller Schutz gegen Hochwasser und Starkregen.
Flutschott Moderna
Kommt vollständig ohne Schienen aus. Im Alltag ist an der Öffnung nichts zu sehen – keine Schienen, kein Rahmen, keine Klebespur. Im Hochwasser- oder Starkregenereignis zwischen die Leibung gestellt und mit einem Hebel verspannt. Der Hebel kann danach abgenommen werden.
Wahrscheinlich die altbau-geeignetste Lösung im ganzen Sortiment. Erste Wahl bei Denkmalschutz, historisch wertvollen Fassaden und allen, die keine dauerhaft sichtbaren Hochwasserschutz-Elemente wollen.
Stärken im Altbau
- Im Alltag völlig unsichtbar
- Keine Bohrungen, keine Klebungen
- Denkmalschutz problemlos vereinbar
- Auch für ungewöhnliche Maße konfigurierbar
Grenzen
- Höhere Sickerungsrate als verschienten Lösungen
- Lagerplatz erforderlich
- Schutzhöhe durch Öffnungsbreite begrenzt
Dam Easy
Teleskopischer Spannmechanismus – keine dauerhafte Befestigung. Das Schott wird in die Öffnung gestellt und zwischen den Anschlagsflächen verspannt. Besonders geeignet für selten genutzte Zugänge, Mieter ohne Eingriffsberechtigung und als Akut-Lösung.
Stärken im Altbau
- Niedrigste Investition der vier Optionen
- Keine bauliche Veränderung, auch für Mieter
- Kompakt, schnell einsatzbereit
- Mit Mittelstange für breitere Öffnungen
Grenzen
- Begrenzte Schutzhöhe (bis ca. 0,9 m)
- Braucht ebene Anschlagsflächen
- Erfordert aktive Reaktion im Ereignisfall
Hydro Sack
Sandsack-Alternative aus superabsorbierendem Polymer-Vlies. Im Trockenzustand kaum Gewicht; durch Wasserkontakt quillt er in 3–5 Minuten auf ca. 20 Liter auf. Im Altbau-Kontext vor allem als Ergänzung und Notfallreserve – nicht als Hauptschutz.
Geeignet für: Kurzfristige Akutsicherung, Ergänzung zum Flutschott Moderna bei empfindlichen Stellen, Schutz kleiner Öffnungen wie Kellerlichtschächte.
Stärken im Altbau
- Keine baulichen Eingriffe nötig
- Sehr niedrige Kosten, jahrelang lagerfähig
- Auch für Mieter geeignet
Grenzen
- Eher ergänzende Maßnahme als Hauptschutz
- 3–5 Minuten Aktivierungsvorlauf
- Nach Aktivierung ca. 20 kg pro Sack
Lichtschachterhöhung
Lichtschächte sind bei Altbauten in städtischer Lage die kritischste Schwachstelle bei Starkregen. Die Erhöhung ragt über das Geländeniveau hinaus und hindert Oberflächenwasser am Eintreten – ohne direkten Eingriff am historischen Kellerfenster.
Material und Ausführung können an das historische Umfeld angepasst werden – bei denkmalgeschützten Objekten stimmen wir vorab mit der Denkmalbehörde ab.
Stärken im Altbau
- Schutz greift, bevor Kellerfenster belastet wird
- Material an historisches Umfeld anpassbar
- Dauerhaft, wartungsarm
- Kein Eingriff am historischen Kellerfenster
Grenzen
- Verändert Schachtumfeld – Denkmalbehörde
- Schutzhöhe durch Bauhöhe begrenzt
- Wirkt nicht gegen Rückstau aus Ablauf
Andere Lösungen – unter bestimmten Bedingungen auch im Altbau
Je nach Denkmalschutz-Status, Zustand der Bausubstanz und Sanierungs-Situation können auch diese Lösungen sinnvoll sein.
Wabenplatte
Erfordert vorinstallierten Stahlrahmen – bei strengem Denkmalschutz oft nicht zulässig. Bei weniger restriktiven Auflagen oder unauffälliger Einbauposition (Hofseite, Rückgebäude) sinnvoll, wenn höchste Dichtigkeit gebraucht wird.
Wasserdichte Türen und Fenster
Ersetzen das bestehende Bauteil komplett. Sinnvoll nur, wenn das historische Bauteil bereits sanierungsbedürftig ist oder eine Sanierung ohnehin geplant wird. Bei strengem Denkmalschutz in der Regel nicht zulässig.
Mobile Flutwand
Keine baulichen Veränderungen – grundsätzlich altbau-kompatibel. Sinnvoll bei größeren Eingangsbereichen (Hofdurchfahrt, repräsentativer Eingang mit Stufen) wenn der Aufbau im Ereignisfall organisierbar ist.
Klappschott
Betonwanne im Boden erforderlich – erheblicher Eingriff. Im Altbau nur bei ohnehin anstehender Bodensanierung und ohne historischen Bodenbelag. Bei denkmalgeschützten Objekten praktisch nie zulässig.
Mehr Beratungsaufwand, kein Versandartikel
Hochwasserschutz im Altbau ist fast immer ein Beratungs- und Aufmaßprojekt. Wir wissen, wann eine Maßnahme funktioniert – und wann sie besser unterlassen wird.
Bei denkmalgeschützten Objekten: Wir erstellen die nötigen Unterlagen für die Denkmalbehörde und können bei Bedarf direkt mit der Behörde sprechen. Diese Abstimmung früh einplanen – sie kann mehrere Wochen dauern.
Erstgespräch mit Substanzcheck
Baujahr, Denkmalschutz-Status, historische Bedeutung, frühere Sanierungen. Fotos von Überschwemmungsstellen helfen.
Vor-Ort-Aufmaß mit Substanzprüfung
Öffnungen prüfen und angrenzende Bausubstanz beurteilen. Hochwasser- und Starkregen-Gefährdung bewerten. 2–3 Stunden, ggf. länger.
Abstimmung mit Denkmalbehörde
Bei denkmalgeschützten Objekten vorab. Wir erstellen Detailpläne und Materialvorschläge, können direkt mit der Behörde sprechen.
Konzept und Angebot
Empfehlung pro Öffnung, alternative Wege, Hinweise zur Denkmalschutz-Vereinbarkeit. Auf Wunsch gemeinsam mit Architekt oder Restaurator besprochen.
Einbau koordiniert
Bei mobilen Lösungen oft in wenigen Stunden. Bei baulichen Einbauten koordiniert mit anderen Gewerken der laufenden Sanierung.
Was Altbau-Eigentümer uns fragen
Schützen die konservativen Lösungen auch bei Starkregen?
Ja. Flutschott Moderna, Dam Easy, Hydro Sack und Lichtschachterhöhung stoppen Wasser am Eintrittsweg – egal ob Fluss, Starkregen-Oberflächenabfluss oder Rückstau. Gerade in innerstädtischen Altbau-Quartieren mit hoher Versiegelung ist Starkregen häufig die größere Gefahr.
Warum sind Altbauten bei Starkregen besonders gefährdet?
Innerstädtische Altbau-Quartiere: enge Straßen, Pflasterhöfe, kaum Versickerungsflächen – Oberflächenwasser sammelt sich direkt vor Hauseingängen, in Lichtschächten, an Kelleraußentreppen. Alte Entwässerungssysteme sind auf solche Wassermengen nicht ausgelegt. Historische Bausubstanz hält weniger Druck stand als moderne Bauteile.
Unser Altbau wurde überschwemmt – was tun wir als Erstes?
Eintrittsstelle dokumentieren (Fotos, Beschreibung), dann Vor-Ort-Termin vereinbaren. Wir prüfen die Bausubstanz an den betroffenen Stellen. Bei denkmalgeschützten Objekten klären wir parallel die Abstimmung mit der Denkmalbehörde.
Brauche ich eine Denkmalschutz-Genehmigung?
Mobile Lösungen (Dam Easy, Mobile Flutwand, Hydro Sack) – in der Regel keine Genehmigung, da keine baulichen Veränderungen. Schienen, Stahlrahmen, Lichtschachterhöhungen, Bauteiltausch – meist Abstimmung mit der Denkmalbehörde erforderlich. Wir klären das im Vor-Ort-Termin.
Können wir Lösungen im Altbau kombinieren?
Ja, das ist sogar typisch. Flutschott Moderna am Hauptzugang, Lichtschachterhöhung am Schacht, Hydro Sacks als Reserve – ein klassisches Altbau-Konzept. Wir stimmen die Kombination auf Bausubstanz und Budget ab.
Kostet Hochwasserschutz im Altbau mehr als bei einem Neubau?
In der Regel ja. Aufwendigeres Aufmaß, häufigere Sonderanpassungen, langsamerer Einbau, ggf. Denkmalschutz-Abstimmung. Der Mehraufwand hält sich aber meist in Grenzen – niedrig vierstellig pro Öffnung gegenüber einem Standardprojekt.
Was passiert, wenn die Bausubstanz für eine Lösung nicht geeignet ist?
Dann finden wir eine andere. Wenn Acrylschott auf historischem Putz nicht klebt, kommt das Flutschott Moderna. Wenn keine Schienen gebohrt werden dürfen, wird die mobile Lösung interessanter. Wir haben für die meisten Altbau-Situationen einen Weg.
Gibt es Förderungen für denkmalgeschützte Häuser?
Teilweise – manche Bundesländer fördern Sanierung denkmalgeschützter Bausubstanz, in der Hochwasser- und Starkregenvorsorge förderfähig sein kann. Dazu allgemeine Klimaanpassungs-Förderprogramme. Wir geben im Beratungsgespräch eine Orientierung.
Lassen Sie uns Ihren Altbau gemeinsam absichern
Wir nehmen uns Zeit für historische Bausubstanz – und wissen, wann eine Maßnahme funktioniert und wann sie besser unterlassen wird.
- Substanzprüfung vor Ort inklusive
- Abstimmung mit Denkmalbehörde möglich
- Ehrliche Empfehlung – auch wenn weniger passt