Hochwasserschutz fürs Haus Teil 2

Haus während einer Flut @ChiccoDodiFC / depositphotos.com

Hochwasserschutz fürs Haus: 

4 einfache Schritte, die Ihnen nicht nur Zeit, sondern auch einige hundert Euro sparen. Und das bei maximalem Schutz vor Hochwasser 

Teil 2

 

Dieser Artikel besteht aus folgenden vier Teilen:

 

Schritt 1: Erkennen, welches Hochwasser Ihr Haus treffen kann! Teil 1

Schritt 2: Analyse der Risiken und Probleme bei Hochwasser am Haus Teil 2

Schritt 3: Welcher Hochwasserschutz passt nun zu Ihrem Haus? Teil 3

Schritt 4: Alles in eine Anfrage packen! – Die richtigen Lösungen für Ihr Problem finden! Teil 4

 


Schritt 2: Analyse der Risiken und Probleme bei Hochwasser am Haus

Falls Sie das Glück haben und noch nicht von Hochwasser betroffen wurden, können Sie die Lage eventuell schwer einschätzen, welche Risiken für Sie bestehen und welche Probleme sich daraus ergeben, aber auch, wenn Sie schon von Hochwasser betroffen waren, müssen Sie verstehen, welche Probleme auf Sie zukommen können.

Leben Sie an einem Fluss, der regelmäßig überläuft, so haben Sie andere Probleme, als jemand, der mit plötzlichen Sturzfluten zu kämpfen hat. (siehe Teil 1 der Serie)

Abhängig davon, welches Hochwasserereignis Sie treffen kann, gibt es verschiedene Risiken, die Sie kennen sollten, um die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen.

Wir haben die Risiken für Sie in Höhe und Länge des Hochwasserereignisses eingeteilt, welches Ereignis Sie treffen kann, wissen Sie sicherlich aus Erfahrung, gerne stehen wir Ihnen mit Rat und Tat beiseite, sollten Sie keine Einschätzung vornehmen können:

 

Niedriges Hochwasser bis 10 cm Höhe

Kosten nach dem Hochwasser (Erfahrungswerte): bis zu 3.000,00 €

Welche Risiken und Probleme können entstehen?

  • Personenschaden: Personenschäden sind bei niedrigem Hochwasser so gut wie ausgeschlossen. Bitte nutzen Sie jedoch wasserfeste Schuhe, wenn Sie sich nach draußen begeben oder das Wasser schon im Haus ist, weil Sie nicht wissen können, ob das Wasser mit etwas kontaminiert wurde (Heizöl, Fäkalien usw.).
  • Sachschäden: Alle Gegenstände, die auf dem Boden stehen, werden vom Wasser angegriffen, achten Sie darauf, dass gerade Gegenstände, die sensibel auf Wasser reagieren (Unterlagen, Pappe, Polstermöbel usw.) oder leichte Gegenstände, die schnell weggespült werden können, nicht auf dem Boden stehen
  • Schaden an Gebäuden: Der Schaden am Gebäude ist nicht unerheblich. Gelangt das Wasser in Steckdosen, offene Stellen an der Wand oder sonstige Öffnungen, können Schäden am Mauerwerk entstehen. Sollten Sie einen Holzfußboden haben, können Sie davon ausgehen, dass Sie sich auch um die Trocknung des Bodens kümmern müssen. Bei Schlammwasser müssen Sie nach dem Hochwasser außerdem gründlich überall putzen, damit sich nichts absetzt.
  • Schäden für die Umwelt: Sind bei niedrigem Hochwasser meist nicht festzustellen.

 

Mittleres Hochwasser bis 60 cm Höhe

Kosten nach dem Hochwasser (Erfahrungswerte): bis zu 25.000,00 €

Welche Risiken und Probleme können entstehen?

  • Personenschaden: Sollte ein Raum 60 cm unter Wasser stehen, vermeiden Sie es, diesen Raum zu betreten und schalten Sie am besten die Elektrizität aus, bevor Sie ins Wasser gehen. Achten Sie darauf, dass Kinder nicht in die Nähe des Wassers kommen. Personenschäden sind selten, können aber vorkommen.
  • Sachschäden: Wahrscheinlich sind alle Möbel, die vorher nicht in Sicherheit gebracht wurden nach dem Hochwasser unbrauchbar und zerstört. Achten Sie darauf, Holz, Polster und alle Stoffe, die Wasser aufnehmen können vor dem Hochwasser aus dem Raum zu entfernen. Ebenso sollten Sie Elektrogeräte schützen, die normalerweise nicht mehr funktionieren, wenn Sie mit Wasser in Berührung gekommen sind. Bei mittlerem Hochwasser sollten Sie außerdem leichte Gegenstände im Garten wegräumen, da diese Schäden am Haus verursachen können. Vermeiden Sie es mit dem Auto zu fahren, wenn Starkregen der Auslöser des Hochwassers war. Wenn sich die Straßen in reißende Flüsse verwandeln, können Sie selbst im Auto nicht sicher sein.
  • Schaden an Gebäuden: Abhängig von der Standzeit des Wassers kommt es zu erheblichen Schäden am Mauerwerk, welche nur vermindert werden können, wenn man das Mauerwerk nach dem Hochwasser trocken legt (Trocknungsgeräte). Damit sich kein Schimmel bilden kann, sollte direkt nach dem Hochwasser mit der Trocknung angefangen werden. Weiterhin sollten Sie bei der Reinigung der Wände und Böden Handschuhe tragen, da es vorkommen kann, dass das Wasser Fäkalien, Chemikalien, Dreck und Öl beinhaltet.
  • Schäden für die Umwelt: Achten Sie darauf Ihre Ölheizung zu schützen. Sollten Sie mit Öl heizen, sind Sie verpflichtet, diese vor Hochwasser und der Kontaminierung des Wassers mit Öl zu schützen. Diese Maßnahme ist gerade bei stehendem und hohem Hochwasser Pflicht, da Sie sonst die Umwelt in erheblichem Maße schädigen können.

 

Hohes Hochwasser von über 60 cm Höhe (Meist, wenn Flüsse übertreten) 

Kosten nach dem Hochwasser (Erfahrungswerte): bis zum Totalschaden des Hauses über 30.000,00 €

Welche Risiken und Probleme können entstehen?

  • Personenschaden: Bei Hochwasser von über 60 cm kann Lebensgefahr bestehen. Wenn nicht nur der Keller betroffen ist, sondern das Hochwasser mehrere Zentimeter über dem Boden steht, vermeiden Sie es, Ihr Haus zu verlassen. Achten Sie auf Nachrichten und Anweisungen des THW, der Feuerwehr oder Polizei. Es sind schon einige Menschen durch Hochwasser gestorben und Sie sollten dieses Risiko nicht unterschätzen.
  • Sachschäden: Alles, was nicht festgebunden ist, wird von den Wassermassen weggespült, sogar Ihr Auto kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Glücklicherweise kündigt sich ein solch hohes Hochwasser frühzeitig an, sodass Sie im Voraus Maßnahmen ergreifen können.
  • Schaden an Gebäuden: Wenn das Haus vollständig von Wasser umschlossen ist, führt das oft dazu, dass sich das Wasser durch jede Ritze presst. Einen Schutz bietet dann nur der umfassende Verschluss durch einen Profi. Sollte das Wasser 60 cm und höher im Haus stehen, sind massive Schäden nicht ausgeschlossen. Je nachdem wie lang das Wasser steht, wird die Bausubstanz angegriffen und Räume können nach dem Hochwasser unbewohnbar werden.
  • Schäden für die Umwelt: Sollte das Wasser Öl aus einer Ölheizung oder Chemikalien, die irgendwo im Keller gelagert waren, mitreißen, kann Sie das teuer zu stehen kommen. Diese Flüssigkeiten belasten die Umwelt stark, deshalb sollten Sie unter allen Umständen vermeiden, dass diese in das Wasser gelangen. Sichern Sie Ihre Ölheizung und stellen Sie Chemikalien (Lacke, Farbe, Reinigungsmittel usw.) außer Reichweite des Hochwassers.

 

Überflutet York Stadtstraße@janefromyork / depositphotos.com

 

Standzeit von weniger als 24 Stunden

Ausführung: Bei einem Starkregen

Welche Risiken und Probleme können entstehen?

  • Personenschaden: Bei geringen Standzeiten von wenigen Stunden sollte man darauf achten, dass man sich vom Hochwasser fern hält, wenn es eine gewisse Höhe erreicht (siehe Hochwasserhöhe). Wenn Sie mit einem bedarfsgerechten Hochwasserschutz vorgesorgt haben, sollte aber auch das kein Problem für Sie sein. Weitere Vorkehrungen sind kaum zu treffen.
  • Sachschäden: Die Schäden an Gegenständen sind oft genauso vorhanden wie bei einer langen Standzeit. Es ist darauf zu achten, dass Sie Dinge, die beim Erstkontakt mit Wasser sofort zerstört werden, vom Boden entfernen und höher stellen. Plastikteile, lackierte Holzmöbel und ähnliche Gegenstände sind meist resistenter gegen Wasser und können dem einige Zeit Stand halten.
  • Schaden an Gebäuden: Die meisten Häuser sind so gebaut, dass das Mauerwerk einem kurzfristigen Hochwasser Stand hält. Wenn Ihr Keller beispielsweise mit einer weißen Wanne gebaut wurde, haben Sie hier kaum Sorge, dass die Bausubstanz angegriffen wird. Der Kapillareffekt der Bausubstanz findet oft erst nach mehreren Stunden Standzeit Anwendung.
  • Schäden für die Umwelt: Da es sich bei Hochwasser mit einer Standzeit unter 24 Stunden meist um Starkregen handelt, ist dieses Wasser selten kontaminiert oder verschmutzt. Schäden für die Umwelt sind so gut wie ausgeschlossen.

 

Standzeit von mehr als 24 Stunden 

Ausführung: Bei übertretenden Flüssen oder Sturmflut

Welche Risiken und Probleme können entstehen?

  • Personenschaden: Wenn Sie Hochwasser unter 60 cm erwarten, sollten Sie und Ihre Angehörigen kaum gefährdet sein. Wenn Hochwasser über 60 cm zu erwarten ist und das Hochwasser länger als 24 Stunden steht, sollten Sie sich einen Plan erstellen.
  • Sie müssen ausreichend Wasser und Nahrung daheim haben, falls es Ihnen unmöglich wird das Haus zu verlassen. Der Strom wird wahrscheinlich abgestellt und ein Stromgenerator kann Ihnen dabei helfen die Grundfunktionen Ihres Hauses aufrechtzuerhalten. Wärme, Nahrung und Licht werden essenziell, falls Sie vom Hochwasser umschlossen werden. Oft benötigt die Feuerwehr und das THW etwas Zeit, um alle, die in Ihren Häusern vom Wasser umzingelt sind, in Sicherheit zu bringen. Halten Sie sich auf jeden Fall vom Wasser fern, da es kontaminiert sein kann oder Sie vom Strom mitgerissen werden können. Es sind nicht wenige Menschen durch Hochwasser ums Leben gekommen.
  • Sachschäden: Bei einer Standzeit über 24 Stunden kann selbst niedriges Hochwasser enorme Schäden anrichten. Gegenstände, die im Wasser stehen und eigentlich dagegen resistent sind, können trotzdem durchdrungen werden. Oft werden Möbel, Elektronik und sogar Haushaltsgeräte durch eine lange Standzeit des Wassers unbrauchbar.
  • Schaden an Gebäuden: Die Bausubstanz wird bei langen Standzeiten des Hochwassers fast immer angegriffen. Die Wände des Hauses saugen sich praktisch mit Wasser voll. Eine Trocknung nach dem Hochwasser ist daher Pflicht, damit kein Schimmel entstehen kann. Selbst ein niedriges Hochwasser kann hier verheerende Folgen haben, da das Wasser vom Mauerwerk aufgesaugt wird. Einzige Schutzmöglichkeit ist eine professionelle Abdichtung des Mauerwerks. Auch der Schlamm, der oftmals im Wasser aufgelöst wurde, führt dazu, dass Sie nach dem Hochwasser ordentlich schrubben müssen, um die Wände und Böden wieder sauber zu bekommen.
  • Schäden für die Umwelt: Lange stehendes Hochwasser ist nicht selten voll mit Fäkalien, Chemikalien und Öl. Vermeiden Sie Hautkontakt mit dem Wasser und halten Sie vor allem Ihre Kinder fern.

 

Hochwasser-Geschwindigkeit: Schnelles oder langsames Hochwasser

Ausführung: Ihre Schutzmaßnahmen hängen auch davon ab, ob das Wasser schnell oder langsam anfließt.

Welche Risiken und Probleme können entstehen?

Schnelles Hochwasser

  • Hochwasser aus Starkregen kündigt sich normalerweise nicht Stunden vorher an. Es tritt plötzlich und spontan auf und lässt Ihnen oftmals nur 1-2 Stunden, teilweise sogar nur einige Minuten Zeit zu reagieren. Meist ist das Wasser aber auch wieder so schnell weg wie es gekommen ist.
  • Schutzmaßnahmen, die Sie schnell aufbauen können, liegen hier klar im Vorteil. Sandsäcke sind meist zu kompliziert in der Füllung und dem Vertragen, dass sie effektiv bei Starkregen eingesetzt werden können. Auch wassergestützte Systeme haben hier entscheidende Nachteile. Mehr dazu in einem späteren Abschnitt.

Langsames Hochwasser

  • Hochwasser durch Sturmfluten oder übertretenden Flüssen bleibt oft länger am Haus, kündigt sich dafür aber auch Tage vorher an. Altbewährte Systeme, wie beispielsweise Sandsäcke, können hier helfen. Auch kann man Gegenstände in Sicherheit bringen, bevor das Hochwasser auf das Haus trifft.
  • Systeme, die lange brauchen um aufgebaut zu werden, können bei langsam anfließendem Hochwasser zum Einsatz kommen.

 

Sie sollten nun einen Überblick über mögliche Gefahren durch Hochwasser haben. Um diese Gefahren jetzt und in Zukunft zu vermeiden, benötigen Sie einen passenden Schutz vor den Wassermassen.

Deshalb geht es im nächsten Teil der Serie, um den passenden Hochwasserschutz für Ihr Haus!

 

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